Zuordnung des Baumaterials

Moskitonetze

Meldung von Montag, 06. April 2009:

Moskitonetze für Barafaye

Täglich sterben viele Menschen an Malaria. Auch in dem Dorf Barafaye ist während der Regenzeit Malaria eine gefürchtete Krankheit.

Medikamente sind für die örtlichen Verhältnisse relativ teuer, das nächste Krankenhaus ist sehr...


Meine erste Senegal-Reise

[eingestellt am 02. April 2012]

 

Reisebericht über die Senegalreise vom 28.12.2011 bis 13.1.2012 von Cornelia Holzhausen

Provisorischer Unterrichtsraum im Dorf Fass

Provisorischer Unterrichtsraum im Dorf Fass

Grundschule in Fass

Grundschule in Fass

Sigi mit dem Leiter der Grundschule

Sigi mit dem Leiter der Grundschule

Die Provisorien sollen bald abgelöst werden

Die Provisorien sollen bald abgelöst werden

Conny und Sigi auf dem "Schulhof"

Conny und Sigi auf dem "Schulhof"

Begeisterte Schülerinnen und Schüler

Begeisterte Schülerinnen und Schüler

Abordnung aus Barafaye im Hotel "Aubert"

Abordnung aus Barafaye im Hotel "Aubert"

Bea, Sigi und Conny mit Frauen und dem Dorfältesten aus Barafaye

Bea, Sigi und Conny mit Frauen und dem Dorfältesten aus Barafaye

Handwerker am Bau der Krankenstation

Handwerker am Bau der Krankenstation

Die Dorfältesten vor der Krankenstation

Die Dorfältesten vor der Krankenstation

Die Krankenstation nimmt mehr und mehr Gestalt an

Die Krankenstation nimmt mehr und mehr Gestalt an

Krankenstation und Geburtshaus

Krankenstation und Geburtshaus

Eine Dorfschönheit

Eine Dorfschönheit

Nach zäher Verhandlung: Sigi zahlt aus den Spendenmitteln weiteres Material für den Ausbau der Station

Nach zäher Verhandlung: Sigi zahlt aus den Spendenmitteln weiteres Material für den Ausbau der Station

Am 28.12.2011 begleitete ich Sigi und Bea das erste Mal in den Senegal. Schon Wochen vorher war ich entsprechend aufgeregt. Sigis Hinweise und meine erste Afrika-Reise vor ca. drei Jahren mit meiner Tochter Katharina nach Namibia und Südafrika ließen mich jedoch gewappnet und voll freudiger Erwartung sein.

Die Reise hat all meine Erwartungen übertroffen! So gegensätzliche Städte wie Dakar, St.Louis, Ziguinchor, Kap Skirring kennenzulernen war unvergesslich.

Der Duft von “l`Afrique“ umfängt einen schon am Flughafen Yoff in Dakar. Man nimmt ihn trotz Müdigkeit sofort wahr. Ich mochte ihn ja schon in Namibia!

Der Rest ist tiefes Eintauchen in die senegalesische Lebensphilosophie. Die Nähe, Herzlichkeit und Gastfreundlichkeit dieser Menschen haben mich ungemein berührt und wirken nach - bis heute.

Abdoul holte uns mit Freunden nachts in Dakar ab - Allhamdouilliah (Gott sei Dank!) -mich hätten die vielen echten und unechten Taxifahrer vollkommen verwirrt. Nun fielen wir wie die Fliegen ins Hotelbett.

Am nächsten Morgen versuchten wir Birgit und Iraj im Zollamt zu helfen, da ihr Campmobil zu alt war, und sie keine Aufenthaltsgenehmigung bekamen. Wir wollten darstellen, dass wir sie dort dringend für die Vereinsarbeit brauchten…

Nach der zweiten Nacht im “Via Via“ sind wir zum Frühstück bei Sigis Freundin Aida eingeladen. Wir waren hinterher alle “bappsatt“… Am Mittag ging es zum Hafen, um mit einem Schiff zur Ile de la Gorée zu fahren. Schon wieder hungrig (…) aßen wir dort erst einmal leckeren Fisch und Curryhähnchen. Sigi und Bea zeigten mir diese zauberhafte Insel. Früher wurden von dort die Sklaven verschifft. Die dort entstandene Künstlerkolonie hat einen ganz besonderen Reiz. Ulla (war schon vor unserer Ankunft im „Via Via“) und ich hätten am liebsten jedes zweite Bild gekauft.

Am nächsten Tag ging es mit Gepäck im Septplace nach St. Louis. Unterwegs aß ich mein erstes Thiebou dienne (traditionelles Reisgericht mit Fisch). Nach 5 Stunden und einigen P-Pausen, die uns kleine Klettkügelchen an den Hosen bescherten, kamen wir an. Bea fuhr zu ihrer Freundin Marie. Abdou, Sigi und ich quartierten uns im Sunu Keur ein. Ich weichte mich erst mal unter der Dusche ein - ich hatte das Gefühl, dass Staub und Schweiß in jeder Ritze hängen…St. Louis atmet den Charme der vergangenen Kolonialzeit und ist leider doch mehr und mehr dem Verfall preisgegeben, wenn sich nicht bald zahlungskräftige Investoren finden. Daran ändert auch die prächtige Pont Faideherbe nichts (Unesco-Weltkulturerbe).

Am 3.1. 2012 fahren wir mit Abdouls Bruder ins Dorf seines Vaters, wo sich eine Grundschule im Bau befindet. Wir werden vom Bürgermeister am Auto abgeholt und zur Diskussionsrunde geführt. Nach der landesüblichen, herzlichen Begrüßung stellt Sigi die Arbeit des Vereins vor und begründet ihre Absicht, diese noch zu erweitern. Man sitzt auf der großen Decke am Boden und der Ataia, stark gesüßter Pfefferminztee, macht die Runde. Schulleiter, Bürgermeister, Dorfältester und die anderen Anwesenden quittieren Sigis Erläuterungen mit wohlwollendem Lächeln.

Danach zeigt uns die Runde die vorhandenen Räume. Zwei der Klassenräume sind fertig, liebevoll eingerichtet mit den zur Verfügung stehenden Mitteln. An den Wänden sind Tierbilder und kleine symbolische Rechenaufgaben zu sehen. In einem Raum werden zwei Klassen gleichzeitig unterrichtet.“Not macht erfinderisch“. Der Schulleiter erklärt uns, dass das prima klappt.

Zwei der Räume sind jedoch schilfgedeckte Provisorien, die jedes Mal nach der Regenzeit neu aufgebaut werden müssen. Sie sind extrem klein und eng. Es sind dort zwar weniger Schüler, wie der Leiter erklärt, dennoch müsste dringend Abhilfe geschaffen werden. In der anschließenden Diskussionsrunde erklärt Sigi ihre Absicht, einen Weg zur Unterstützung zu finden und bittet um die genaue Erstellung einer Kalkulation für die benötigten finanziellen Mittel. Wir beten gemeinsam am Ende, was mich bewegt, da ich es noch nie erlebt habe. Es folgt eine herzliche Verabschiedung.

Nach dem Besuch der Grundschule in Fass, suchten wir die Ecole Comment in Hydrobasse (nahe des moslemischen Fischerfriedhofs) auf. Dort fehlt es an Geld für Schulmaterial. Es ist auch hier eine Schulpatenschaft aus Deutschland angedacht.

Wir waren natürlich auch auf mehreren Konzert- und Tanzveranstaltungen, bei denen wir viel Spaß hatten. Auch das ist Senegalaisement (eigene Beschreibung) der les Gens du Sénégal über ihre Lebensweise. In diesem Fall die Liebe dazu, das Leben zu feiern. Wie sehr uns Deutschen, die wir so viel mehr materiell besitzen, das doch abgeht…

Nach 5 Tagen fahren wir wieder im Septplace und einigen schönen Körben mehr zurück nach Dakar. Es ist heiß, vor Dakar staut es, die Abgase sind unerträglich.

Als wir am Abend ankommen, wird die Zimmersuche schwierig. Bea kriegt eins, Abdoul schläft bei einem Freund, Sigi und ich dürfen in seinem Appartement schlafen. Ein Königreich für eine DUSCHE !! Am nächsten Morgen fahren wir ins Centre Ville, Abdoul hat was zu erledigen, wir drei fahren erst zu Mati „Cadeaux“ (Geschenke) zu überbringen. Aida kommt erst um 14 Uhr aus der Schule. Dann gibt es für uns nochmal lecker Thiebou Thienne. Um 16.30 Uhr kommt Abdoul (auf den letzten Drücker ... oder Ndanke, Ndanke auf Wolof).Es geht zum Hafen und wir schiffen uns ein auf die „Aline Sitoe Diatta“, ein prächtiges Fährschiff (in Deutschland gebaut), benannt nach der Freiheitskämpferin aus der Casamance um die Jahrhundertwende. Wir haben eine 8-Personen-Kabine, schlafen nicht so gut. Die Weiterfahrt am nächsten Morgen entschädigt jedoch für alles! Morgensonne an Deck, springende Delfine, die Mangrovenwälder der breiten Mündung des Casamance-Flusses.

Sind um 10h in Ziguinchor, das Auschecken dauert… und laufen dann samt Gepäck ins Hotel „Aubert“. Auch dort herzliche Begrüßung, man kennt sich. Das „Aubert“ ist ganz nach meinem Geschmack, bei der Ankunft werden noch die Elefantengardinen gewechselt. Das Bad ist herrlich. Mamadou kommt und Sigi bespricht mit ihm den aktuellen Stand der Dinge. Bea und ich müssen unbedingt einen leckeren Crevettensalat essen… Dann genieße ich dieses tolle Bad. Ich mache dann einen Kessel Buntes und brauche nach dem Tagebuch schreiben dringend eine „Siesta“… Es war leider nicht möglich Barafaye zu besuchen. Wie jedes Jahr um diese Zeit waren auch diesmal die Rebellen in der Casamance zu nah an Barafaye. Man war auf unsere Sicherheit bedacht. Es soll dennoch Material gekauft werden für den Weiterbau. Bea, Sigi und ich gehen dann im „Kadiandoumagne“ einem sehr schönen Hotel um die Ecke lecker essen (schon wieder?...). Am Abend, das heißt hier so um 22h, gehen wir in ein tolles Konzert in der Stadt. Es spielt eine schwedische Gruppe  vor dem Hintergrund des „World-Music-Exchange Senegal-Schweden“.

Um 14h am nächsten Tag kommt die Delegation aus Barafaye, der Dorfälteste, drei andere Frauen, einige der Handwerker, Ibu, Monsieur Mustafa (Regionalbeauftragter) und Mamadou. Wir bekommen Früchte, Gemüse und Sigi ein Reisbündel geschenkt. Ich denke die Aufnahmen sprechen für sich! Der liebevolle Besuch verlässt uns um 16h und wir eilen ins „Kadiandoumagne“, um was wohl zu tun?... Abdoul muss erst Fußball gucken und kommt nach. Am Abend geht’s wieder zur großen Bühne in die Stadt, wo „Black Forest“(Jugendorganisation, von einem Deutschen gegründet) ein Theaterstück spielt, das die Geschichte der Rebellenkämpfe des MDFC bis heute zeigt. Viele junge Leute wünschen sich endlich eine politische Lösung. Das ist allzu verständlich, erscheint in der jetzigen Situation aber fast unmöglich. Danach treten noch zwei Toubabs als Sabar-Tänzerinnen auf. Ich werde neidisch… Ersteinmal werde ich mich zum Französisch-Kurs anmelden. Am nächsten Morgen haben Sigi und Abdoul einiges in Bignona zu regeln wegen des Weiterbaus. Bea und ich dürfen in den Marches Artesanal nach Cadeaux für Deutschland wühlen. Ach, war das schön! Nach unserem Bummel kommen Sigi und Abdoul ziemlich k.o. aus Barafaye und Bignona (Abdoul machte Fotos vom Weiterbau, Sigi regelte noch finanzielles) zurück. Bea und ich hatten gegessen, gepackt und die Hotelrechnung bezahlt. Ich bestellte Essen für die beiden,  da ich merkte, dass Sigi etwas angespannt war. Schlussendlich sitzen wir um 17h im Septplace nach Cap Skirring.

Wir fahren durch Mangrovenwälder, sumpfige Gebiete, in denen der Reis angebaut wird. Die Casamance ist die Kornkammer Senegals. Um 18h kommen wir am Campement „La Falafu“ an. Die Lage ist wunderschön oberhalb des Strands, Bougainvilleen, Konibäume säumen die grünen kleinen Appartements  und den Patio. Leider ist die Anlage sehr heruntergekommen, da die Besitzer sich nicht mehr genügend kümmern. Das ist schade, weil es eigentlich ein Juwel ist und er die Arbeitsplätze der Angestellten gefährdet. Pape Lamin und Elisabeth freuen sich sehr über unsere Ankunft und bewirten uns vorzüglich in dieser Zeit. Ich fühle mich nicht so wohl, da die Dusche ein kaltes Rinnsal ist, das Licht an meinem Bett nicht geht, so dass in der ganzen Nacht das Badlicht brennt. Aber solche Abende wie mit Salomon, ein Gambianer, der mit seiner selbstgebauten Hütte „Jufureh Beach-Restaurant“ uns einen zauberhaften Abend am Strand bescherte, entschädigen für alles. Für dieses Candle-Night-Dinner möchte ich kein Abendessen im vornehmen Hotel nebenan eintauschen!

Wir fahren am 11.1. um 16.30h mit dem Septplace wieder nach Ziguinchor ins „Aubert“. Mich beschleicht am nächsten Morgen Abschiedsstimmung….Es geht am Mittag auf die „Aline Sitoe Diatta“, die uns am frühen Morgen im Hafen von Dakar ankommen lässt. Nach Kurzbesuch bei Aidas Familie fahren wir ins „Keur Diane“(Haus des Friedens) um unser Gepäck da abzustellen, bzw. nur Beas und meins, da ich in der Nacht fliege und Bea in St. Louis noch mal Marie besuchen will.

Ich muss um 0 Uhr am Flughafen sein, alle begleiten mich, Abdoul hat schon den Gepäckwagen organisiert… Ich bin unendlich  traurig, allein die Tatsache, dass wir alle bald wieder fliegen tröstet mich.

Am 19.Mai darf ich mich wieder auf dieses Land und seine Menschen freuen.

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