Ein Traktor für das Permakultur-Projekt

Liebe Mitglieder, liebe Unterstützer/innen,

wir hatten Euch/Sie schon darüber informiert, dass wir einen Traktor für das Permakultur-Projekt im Süden des Senegals gesucht haben.

Viele werden sich fragen, warum wir nicht vor Ort einen Traktor gekauft haben?

Dazu: Autos sind im Senegal problemlos zu erwerben, nicht aber Nutzfahrzeuge wie Traktoren. Vorort findet man sie meist nur in sehr schlechtem, abgenutzten Zustand vor. Deswegen haben wir uns für ein Fahrzeug aus Deutschland entschieden.

Mittlerweile ist es uns gelungen den Traktor nicht nur zu erwerben, sondern auch erfolgreich in den Senegal zu bringen, um unser Permakultur-Projekt zu unterstützen. Wir danken allen Unterstützern!

 


Permakultur als Schlüssel zur Einkommens- und Ernährungssicherung im Senegal

Frauen sind in Afrika die Säulen der Gesellschaft. Sie sorgen für die Ernährungssicherung der Familien und tragen in hohem Maße zur Einkommenssicherung bei. Im Senegal wurden vom Verein ‚DUNIAM‘, das bedeutet „Mutter Erde“ auf Suaheli (die meistgesprochen Sprache in Afrika, insbesondere Ostafrika) seit 2014 drei Frauengärten gegründet mit dem Ziel Frauen bei ihren Bemühungen zu unterstützen. Am Donnerstag, den 26. Oktober 2017 zeigte die französische Umweltaktivistin Isis Noor Yalagi, die Vorsitzende von DUNIAMÂ, die Vorzüge von „Permakultur in Frauengärten“ in Westafrika auf. Dreißig Interessierte fanden den Weg zu Sefo FemKom in die Wiener Straße in Darmstadt, um Isis Ausführungen, die von Birgit Emma Swoboda vom Französischen ins Deutsche übersetzt wurden, zu folgen.

Laut Bill Mollison, dem australische Erfinder der „Permakultur“ geht es darum, die natürlichen Prozesse zu beobachten und sie zu kopieren, um ein sich selbst regulierendes System zu schaffen, das höchstens minimaler Eingriffe bedarf, um dauerhaft in einem dynamischen Gleichgewicht zu bleiben. Dieses Wissen soll den Frauen vermittelt werden, damit die ausgelaugten Böden durch Anbau von nitrifizierenden Pflanzen (Leguminosen, wie Bohnen und Erbsen) und durch Einsatz von Kompost wieder fruchtbar werden. Dabei sollen auch Bäume in den Gärten gepflanzt werden, damit sich ein gedeihliches Mikroklima mit ausreichend Schatten entwickeln kann.

Isis zeigte auf, dass Frauen bei diesen Bemühungen der Schlüssel zum Erfolg sind. Denn sie kennen die Erde, da sie in ihren Familiengärten und auf dem Feld arbeiten und dieses überlieferte Wissen zum Teil noch in sich tragen. Nur mit ihnen und durch sie kann sich die Situation im Landbau nachhaltig verbessern. Wichtig ist es auch die junge Generation einzubeziehen, damit sie sich aktiv an der Gestaltung eines attraktiven Landlebens beteiligen und nicht dem globalen Trend der Urbanisierung folgen.

Allerdings bedauert Isis Noor Yalagi, dass in den vergangenen Jahren die wesentlichen Techniken zur schonenden Bodenbearbeitung und Aufzucht von Pflanzen verloren gegangen sind, da die vermeintlich segenbringenden Einflüsse der industriellen Landwirtschaft mit importiertem Saatgut und Agrochemikalien die althergebrachten Techniken der Saatgutgewinnung und schonenden Bodenbearbeitung in den Hintergrund drängten.

Der Verein ‚Hilfe für den Senegal e.V.‘, ‚Soroptimist Club Seeheim-Jugenheim‘ und ‚SefoFemkom‘ Darmstadt engagieren sich, um die Permakultur- Projekte im Senegal zu unterstützen.

So sollen künftig Finanzmittel bereitgestellt werden, um

a)     Den Schutz vor den fast alles fressenden Pavianen (außer Zwiebel, Peperoni und Auberginen zu erhöhen (z.B. durch Anlegen von Dornenhecken).

b)     Die Bewässerungsmethoden zu verbessern (z. B. Brunnen mit Solarpumpen ausstatten und Tröpfelbewässerung der Beete ermöglichen).

c)     Die Frauen in Richtung Permakultur zu schulen (ein Schulungskonzept erstellen und ggf. ein Schulungszentrum eröffnen),

Isis reiste auf Einladung des Vereins „Hilfe für den Senegal“ von Paris eigens nach Darmstadt. Die Veranstal­tung wurde in Kooperation mit ‚Soroptimist International Club Seeheim-Jugenheim‘ und ‚Sefo FemKom‘ in Darmstadt durchgeführt.